Schnittstellen. Buddhistische Begegnungen

12.10.2013

Im Mai dieses Jahres feierte Armin Gottmann seinen 70. Geburtstag. Zu diesem Anlass haben 8 Freunde, Schüler und Kollegen des Jubilars den Band «Schnittstellen – Buddhistische Begegnungen mit Schamanismus und westlicher Kultur» herausgegeben. Statt einer Ansammlung staubtrockener Beiträge über Buddhismus, Schamanismus und der Begegnung des Buddhismus mit dem Westen wie ich es erwartet hatte, ist das Buch äußerst kurzweilig.


Der Herausgeber Volker Zotz dekonstruiert zunächst in seiner Einleitung den Begriff Buddhismus. Man könne nicht von einem Buddhismus sprechen, sondern von Buddhismen. Die ersten beiden Beiträge befassen sich mit dem Leben und dem Wirken Armin Gottmanns. In den Berichten über seine Zeit in Indien sah ich mich sehr oft selbst wieder in dem Land, ich konnte die Gerüche des Teeverkäufers in einem Zug förmlich riechen. Ich erinnerte mich an eigene Gedanken, die ich bei der einen oder anderen Reise durch den Subkontinent dachte.

Die ausgewählten Zitate in der kommentierten Bibliografie Armin Gottmanns sind inspirierend, fern von trockener Gelehrsamkeit. Die folgenden Beiträge über Schamanismus und Buddhismus rückten nicht nur mein Bild über den Ursprung des Schamanismus zurecht. Die Geschichten über die Schamanen in Burma und die Orakel in Tibet erweiterten mein Bild vom Buddhismus um einige sehr schöne, farbenfrohe Aspekte.

Die Beiträge, die sich mit Literatur befassen, sind schon sehr weit entfernt von dem, was man sich in einem Buch über Buddhismus erwarten würde. Zwischen Basho und Goethe Gemeinsamkeiten zu sehen schien mir ein wenig an den Haaren herbei gezogen, oder ich habe den Inhalt nicht ganz verstanden.

Die Studie über Jack Kerouac und seinem Verhältnis zum Buddhismus war für mich sehr erhellend. Mir war nicht bewusst, wie sehr meine eigene Rezeption des Buddhismus geprägt war durch die Lektüre Jack Kerouacs.

Der letzte Beitrag schließlich beschäftigt sich mit dem ersten Jahr des Wirkens des Arya Maitreya Mandala. Armin Gottmann ist der Acarya, der Vorstand, dieses Ordens und man könnte den Beitrag auch als eine nochmalige Würdigung des Jubilars sehen. Der Beitrag gibt aber auch ein schönes Bild über die Anfänge des Buddhismus in Europa.

Alles in allem ist dieses Buch eine wunderschöne, breitgefächerte Würdigung eines Mannes, der als «Grenzgänger zwischen Indien und Europa, dem Buddhismus und abendländischer Kultur, westlicher Medizin und Yoga» bezeichnet wird.

Volker Zotz (Hg.): Schnittstellen. Buddhistische Begegnungen mit Schamanismus und westlicher Kultur. Festschrift für Armin Gottmann zum 70. Geburtstag, 182 S., KairosEdition, Luxembourg 2013 ISBN 978-2-919771-04-2

Thomas Tkadletz

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