Shakespeare und kein Ende

03.05.2013

03.05.2013 bis 14.05.2013  Theater am Saumarkt

Zu diesem Schluss - Shakespeare und kein Ende – kam bereits Goethe in seinem gleichnamigen Essay aus dem Jahre 1815. Doch auch 200 Jahre nach Entstehen dieses Essays sind wir mit Shakespeare noch lange nicht am Ende. Noch immer zählt er zu den meistgespielten Theaterautoren, werden seine Dramen übersetzt, verfilmt, bearbeitet, nacherzählt und erforscht. Obwohl uns wohl kaum noch etwas mit der Gesellschaft und der Zeit, in der Shakespeare gelebt hat und in der seine Stücke spielen, verbindet, finden wir uns in den Charakteren, die er geschaffen hat, doch immer noch wiederzufinden.


Doch welchen Shakespeare haben wir heute am Beginn des 21. Jahrhunderts, was interessiert uns an seinem Werk, wie interpretieren wir es und wie übersetzen wir ihn ins Deutsche?Diesen und anderen Fragen widmet sich das Theater am Saumarkt an zwei Abenden am 3. und 4. Mai 2013. Am ersten Abend wird die Herausgeberin des Shakespeare-Handbuches und des Shakespeare-Jahrbuches der deutschen Shakespeare-Gesellschaft, Ina Schabert, über neue Tendenzen in der Shakespeare-Forschung sprechen, während sich der Übersetzer Frank Günther mit den Sprachwunderwelten Shakespeares auseinandersetzen wird. Am zweiten Abend wird uns Michael Köhlmeier seinen King Lear erzählerisch nahebringen und anschließend wird die Schauspielerin und Filmemacherin Andrea Eckert aus Texten von Shakespeare in der Übersetzung von Frank Günther lesen.

Programm:

Freitag, 3. Mai 2013, 19. 30 Uhr:
Ina Schabert, Vortrag
«Auf der Suche nach der verlorenen Humanität. Shakespeare-Forschung heute»

Einige Jahrzehnte lang, seit den 1970er Jahren, wurde die Shakespeareforschung bestimmt von den Cultural Studies und von theorieinduzierten und ideologiekritischen Arbeiten. Danach waren Shakespeares Werke nicht als Ausdruck einer schöpferischen Individualität zu sehen, sie waren vielmehr Symptome des Denkens im England der Frühen Neuzeit. In den letzten Jahren lässt sich jedoch eine Abkehr von diesen Betrachtungsweisen beobachten. Die Aufmerksamkeit der Forschung richtet sich wieder auf den Autor selbst. Der Vortrag widmet sich dieser neuen Aufmerksamkeit und dadurch gewonnen neuen Erkenntnissen am Werk Shakespeares.

Ina Schabert ist emeritierte Professorin an der Universität München. Sie ist Herausgeberin des Shakespeare Handbuchs (1. Aufl. 1972, 5. revidierte Fassung 2009) und Autorin einer Englischen Literaturgeschichte aus der Sicht der Geschlechterforschung (Bd. 1: 1997, Bd. 2: 2006). Im Herbst 2013 erscheint von ihr im Alfred Kröner Verlag das Buch: SHAKESPEAREs: Die unendliche Vielfalt der Bilder.

anschließend
Frank Günther, Vortrag
«Von abenteuerlichen Reisen in Shakespeares Sprachwunderwelten»
 
Shakespeares Dramen sind nicht nur ein unerschöpflicher Fundus an Charakteren und Einsichten in die Natur des Menschen, es sind vor allem auch grandiose Sprachkunstwerke. Doch wie kann man mit Shakespeare, der seine englische Sprache zum great feast of language machte, ein deutsches Sprachfestmahl nachkochen? Der Übersetzer Frank Günther erzählt von seinen merkwürdigen Abenteuerreisen in die Labyrinthe der shakespeareschen Sprachwelten.

Frank Günther übersetzt bereits seit den 1970er Jahren das Gesamtwerk von William Shakespeare. 1995 erschienen die ersten Übersetzungen bei dtv, seit 2000 erscheint eine bibliophile Ausgabe im Verlag ars vivendi. Bisher sind 33 Bände seiner Neuübersetzung erschienen, 2015 soll der letzte von 39 Bänden erscheinen. Damit wäre Günther der erste, der alle Werke Shakespeares allein ins Deutsche übersetzt hat. Günther lebt im oberschwäbischen Rot an der Rot.

Samstag, 4. Mai 2013, 19.30 Uhr:
König Lear - Michael Köhlmeier erzählt Shakespeare

anschließend
Andrea Eckert liest aus dem Werk Shakespeares

Sa. 18. Mai 2013, 20.15 Uhr
Marika Reichhold: Frau Franzi spielt Mägbess – Die Tragödie
William Shakespears Macbeth als feine, heitere Kleinkunstversion mit Objekten! Für «Theateranfänger» und «Shakespearespezialisten» gleichermaßen. Text, Idee und Spiel: Marika Reichhold; Regie: Christian Suchy

Die ReferentInnen:

Frank Günther übersetzt bereits seit den 1970er Jahren das Gesamtwerk von William Shakespeare. 1995 erschienen die ersten Übersetzungen bei dtv, seit 2000 erscheint eine bibliophile Ausgabe im Verlag ars vivendi. Bisher sind 33 Bände seiner Neuübersetzung erschienen, 2015 soll der letzte von 39 Bänden erscheinen. Damit wäre Günther der erste, der alle Werke Shakespeares allein ins Deutsche übersetzt hat. Günther lebt im oberschwäbischen Rot an der Rot.

Ina Schabert ist emeritierte Professorin an der Universität München. Sie ist Herausgeberin des Shakespeare Handbuchs (1. Aufl. 1972, 5. revidierte Fassung 2009), Autorin einer Englischen Literaturgeschichte aus der Sicht der Geschlechterforschung (Bd. 1: 1997, Bd. 2: 2006) und Initiatorin des Buchs Wolfgang Clemen im Kontext seiner Zeit: Ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte vor und nach dem Zweiten Weltkrieg (2009). Im Herbst 2013 erscheint von ihr im Alfred Kröner Verlag das Buch: SHAKESPEAREs: Die unendliche Vielfalt der Bilder.

Michael Köhlmeier ist Schriftsteller, Erzähler und Musiker. Zuletzt erschienen die Romane Abendland (2007) und Madalyn (2010) sowie der Gedichtband Der Liebhaber bald nach dem Frühstück (2012) und der Roman Die Abenteuer des Joel Spazierer (2013). Seine Shakespeare-Erzählungen sind bei Piper erschienen und auch als Hör-CDs erhältlich. Michael Köhlmeier lebt in Hohenems und Wien.

Andrea Eckert ist freie Schauspielerin und Filmemacherin Sie spielt in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen und gastiert mit ihren Musikprogrammen und Lesungen im gesamten deutschen Sprachraum. 2012 bekam sie für ihre Darstellung der Dorothea Neff in Felix Mitterers Stück «Du bleibst bei mir» den Dorothea-Neff-Preis für die beste schauspielerische Leistung und den Preis für den Publikumsliebling. Zur Zeit spielt und singt sie am Wiener Volkstheater die Sängerin Greta Keller in dem Stück «Bon Voyage» von Rupert Henning. Andrea Eckert lebt in Wien und Berlin.

Theater am Saumarkt
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A-6800 Feldkirch
T: 0043 (0)5522 72895
E: office@saumarkt.at
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  • Ina Schabert
  • Michael Köhlmeier; Foto: Udo Leitner
  • William Shakespeare

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