Als das Meer verschwand - In My Father´s Den

11.12.2007 Walter Gasperi

In einer Mischung aus Thriller und Melodram erzählt der Neuseeländer Brad McGann in seinem kunstvoll konstruierten Puzzle, bei dem erst im Verlauf des Films die Hintergründe klar werden, langsam, aber konzentriert eine Familiengeschichte.


Nach 17 Jahren Abwesenheit kehrt Paul (Matthew MacFayden), der sich in der westlichen Welt einen Namen als Kriegsfotograph gemacht hat, zum Begräbnis seines Vaters in das abgelegene neuseeländische Dorf zurück, in dem er aufgewachsen ist.

Nun trifft er, der Außenseiter, dem alle seinen britischen Akzent vorwerfen, den er angenommen hat um sich von seiner Heimat völlig zu lösen, nicht nur seinen Bruder und seine Jugendfreundin wieder, sondern er wird auch mit der Vergangenheit konfrontiert. Immer wieder steigen Erinnerungsbilder in ihm auf, vor allem im Bücherschuppen seines Vaters, einem geheimen Platz, der nur ihm bekannt war. Erneut bricht der Konflikt mit dem Bruder auf, der im Gegensatz zu Paul, der aus der Familie in die Kriegsfotografie flüchtete, die alte Familie durch die Heirat mit einer bigotten und damit der Mutter ähnlichen Frau weiterleben lassen und die Brüche und Ereignisse übertünchen wollte.

Eine Wende nimmt «Als das Meer verschwand», als sich zwischen Paul und der 16-jährigen Tochter (Emily Barclay) seiner Jugendfreundin, die im Fremden einen Seelenverwandten sieht, eine Freundschaft entwickelt. Obwohl die Beziehung rein platonisch bleibt, kommen in der Kleinstadt bald Gerüchte auf und aus der Familiengeschichte wird ein Thriller.

Bedächtig, aber konzentriert entfaltet Brad McGann die Handlung, baut ein Puzzle aus Bildschnipseln und kurzen Szenen auf, die erst im Verlauf des Films eingeordnet werden können. Indem die lineare Narration konsequent zerstückelt wird, wird geschickt ein komplexes Geflecht aus Vergangenheit, Gegenwart und Trauma aufgebaut. Erst am Ende werden sich die Einzelteile in diesem seine Kunstfertigkeit auch zelebrierenden Film zu einem Gesamtbild fügen. Aber es ist gerade dieses Ende, das bei diesem meisterhaft montierten und inszenierten und in die grandiose neuseeländische Landschaft eingebetteten Drama letztlich enttäuscht. Denn so brillant die Schauspieler und so sorgfältig kadriert und ausgeleuchtet die Bilder auch sind, in den Bereich der Kolportage fällt die Auflösung, die Brad McGann liefert.

Wird vom TaSKino Feldkirch vom Freitag, 14.12. bis Donnerstag, 20.12. im Feldkircher Kino Namenlos gezeigt (engl. O.m.U.)

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T: 0043 (0)5522 72 895
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W: TaSKino Feldkirch
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Als das Meer verschwand

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