Orpheus steigt herab

29.09.2012

29.09.2012 bis 30.10.2012  Schauspielhaus München

Das ruhige, wohl geordnete Leben einer Kleinstadt im Süden Amerikas. Im Namen des Gemeinwohls haben die Bewohner einen Bannkreis um ihre Idylle gezogen. Das Überschreiten dieser Grenze erweist sich für alle, die diesem Leben fremd sind, als Eintritt in die Hölle. Subkutan aber immer wieder auch in brutalster Offenheit herrscht ein Klima von Angst, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Hier betreibt Lady Torrance zusammen mit ihrem todkranken, tyrannischen Mann einen Gemischtwarenladen. Als der vagabundierende Musiker Val Xavier im Ort auftaucht, gerät die scheinbar stabile Ordnung ins wanken.


Lady Torrance, Tochter eines Einwanderers, erfährt, was jeder andere Bewohner längst weiß: dass ihr Mann einst der Anführer einer Gruppe fanatischer Rassisten war, die den Brandanschlag auf das Gartenrestaurant ihres Vater verübten, bei dem dieser ums Leben kam. Sie beschließt, gemeinsam mit Val, das Gartenrestaurant neu zu eröffnen. Es ist ein ebenso unerschrockener wie aussichtsloser Akt des Aufbegehrens gegen kollektive Identitäten, die sich über Rituale der Ausgrenzung stabilisieren. Und wieder rotten sich die anständigen Bürger zu einer Menschenmeute zusammen und blasen zur Hetzjagd.

«In vielen seiner Stücke interessiert sich Tennessee Williams auffällig für soziale Strukturen. Das lässt sich gut an den großen Besetzungen ablesen, in denen eine Vielzahl von Figuren das soziale, politische und intellektuelle Biotop zeichnen, in dem und aus dem sich die Schicksale der Einzelfiguren entwickeln. Es entsteht kein Milieukitsch, sondern realistische Zustandsbeschreibung. Und diese ermöglicht es, die Zerfallsprozesse abzubilden, denen soziale Gefüge ausgesetzt sind und die Energien, die dabei freigesetzt werden, spürbar zu machen. Mich interessiert die Frage sehr: »Wie geht das: Zusammenleben?« Denn es ist eine Frage, die wir immer wieder neu beantworten müssen.» Sebastian Nübling


Orpheus steigt herab von Tennessee Williams
Premiere: Sa., 29. September 2012, 19.30 Uhr
Regie: Sebastian Nübling

Weitere Vorstellungen:
30. September 2012, 19.30 Uhr
6./ 9./ 14./ 30. Oktober 2012, 19.30 Uhr

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  • © Julian Röder
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