Das Vorarlberger Landestheater spielt Thomas Bernhard

29.05.2012

04.05.2012 bis 03.06.2012  Vorarlberger Landestheater

«Die Macht der Gewohnheit» ist ein dreiaktiges Schauspiel des österreichischen Autors Thomas Bernhard. Es wurde 1974 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Generell handelt das Stück in allen 3 Akten von demselben Thema: Der Zirkusdirektor Caribaldi versucht krampfhaft die Aufführung des Forellenquintetts zu ermöglichen. Es ist ein wirklich grauenhaftes Unterfangen, denn die Proben des Quintetts werden immer von einem der Artisten sabotiert.


Zum Beispiel betrinkt sich der Dompteur des Öfteren, nervt alle mit seiner Leibspeise Rettich und ist somit unfähig die Probe zu ermöglichen. Vor allem im 3. Akt wird immer wieder das Herunterfallen der Mütze des Spaßmachers zum zentralen Problem, welches Caribaldi zum Glühen bringt. In solchen Situationen versucht Caribaldi immer die Fehler der anderen aufzuzählen und sie zu belehren doch meist wird er dadurch zum Gespött der Artisten. Speziell seine Enkelin, die er zum Spielen der Viola zwang, versteht es unheimlich gut, Caribaldi mit ihrem gehässigen Lachen zu irritieren und aus «den Schienen zu werfen».

Thomas Bernhard wurde als uneheliches Kind in Heerlen (Niederlande) geboren, wo seine Mutter Herta Bernhard (1904–1950) als Dienstbotin arbeitete. Herta Bernhard war die Tochter Anna Bernhards und des Schriftstellers Johannes Freumbichler. Thomas Bernhards Vater war der Tischler Alois Zuckerstätter, den er jedoch nie kennen lernte.1941 wurde Bernhard nach Konflikten mit der Mutter in ein nationalsozialistisches Erziehungsheim im thüringischen Saalfeld geschickt, wo er traumatische Erfahrungen machte. Ab 1943 wurde er im NS-Internat «Johanneum» in Salzburg untergebracht. Hier ermöglichte ihm sein Großvater erstmals Violinunterricht. Bernhard verarbeitete seine Kindheit und Jugend literarisch in den fünf autobiographischen Werken: «Die Ursache», «Der Keller», «Der Atem», «Die Kälte» und «Ein Kind».

Thomas Bernhard, der seine schriftstellerische Laufbahn 1957 mit Lyrik, dem Gedichtband «Auf der Erde und in der Hölle» begann, fand schließlich seinen unverwechselbaren Stil in der Prosa, innerhalb dieser bevorzugt in den Gattungen Roman und Erzählung und im Drama.

In seinen Werken lässt sich Bernhard immer wieder über die «bessere Gesellschaft» Wiens und Salzburgs aus, die er oft mit ätzender und schmähvoller Kritik überzieht. Österreich beschrieb er gern als Land der Spießer, wobei er die Verhältnisse in finstersten Tönen schilderte. Dabei trägt er seine Kritik in stets wiederkehrenden Monologen vor, was auf viele besonders verächtlich wirkt. Viele Personen des öffentlichen Lebens, aber auch zahlreiche Bekannte Bernhards, fühlten sich parodiert oder verunglimpft. All dies bewirkte, dass viele seiner Veröffentlichungen und Theaterpremieren Skandale und Tumulte auslösten.

Es spielen:
Caribaldi, Zirkusdirektor Andreas Weissert
Enkelin Olga Wäscher
Jongleur Helmut Rühl
Dompteur Maximilian Laprell
Spassmacher Andreas Jähnert
Regie Günther Beelitz
Ausstattung Paul Lerchbaumer
Dramaturgie Dirk Diekmann
Musikalische Beratung Harald Stefanitsch
Spieldauer: 90 Minuten, keine Pause


Macht der Gewohnheit von Thomas Bernhard
Premiere: Fr 4. Mai 2012, 19.30 Uhr im Grossen Haus

Weitere Vorstellungen:
9./ 15./ 17./ 26. Mai 2012
1./ 3. Juni 2012

Vorarlberger Landestheater
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A-6900 Bregenz
T: 0043 (0)5574 42 8 70
F: 0043 (0)5574 48 3 66
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W: http://www.landestheater.org
  • Foto: Anja Köhler
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