Buchtipp im Oktober 07

03.10.2007 Irene Selhofer

Hilary Spurling stiess auf die Geschichte der Therese Humbert, als sie für eine Biographie über Henry Matisse recherchierte. «La Grande Therese» wuchs als Kind armer Eltern auf und als die Mutter früh verstarb, musste sie sich um den verträumten Vater und ihre Geschwister kümmern. Schon als Mädchen gelang es ihr, ihre Umwelt durch Charme, einer ungestümen Phantasie und einer enormen Unverfrorenheit zu bezaubern und dadurch sich und die Familie durchs Leben zu lavieren.


Die Belle Epoche in Frankreich, nach der Dreyfuss Affäre und dem politischen Wandel zur Republik, war eine «gute» Zeit für Therese, um sich Geld auf Schlösser und Ländereien zu leihen und sich zur Grande Dame der Pariser Gesellschaft aufzuschwingen. Der Schwindel platzte und Therese wanderte ins Gefängnis und wurde angestrengt vergessen.

Hilary Spurling zeichnet die Geschichte nach, wie es möglich war, so viele einflussreiche Menschen für sich zu gewinnen und skrupellos auf Pump zu leben. Ein Wunder, dass die Gedanken während des Lesens immer wieder zu Elsner, Flöttl und Co abschweiften?


Spurling, Hilary: La Grande Therese
Die Geschichte eines Jahrhundertschwindels
Berenberg Verlag, 1999, 100 S., EUR 19,60

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