Mathilde Vollmoeller-Purrmann. Fest der Farben

29.06.2011

10.04.2011 bis 03.07.2011  Paula Modersohn-Becker Museum

Die Kunstsammlungen Böttcherstraße laden ein zum Fest der Farben. Leben und Werk Mathilde Vollmoeller-Purrmanns (1876–1943) stehen exemplarisch für eine ganze Generation von Künstlerinnen um 1900, zu der auch Paula Modersohn-Becker gehört. Mit der Ausstellung werden lang verborgene Schätze der Avantgarde-Malerin gezeigt, die über Jahrzehnte als verschollen galten. Sie legen Zeugnis ab, dass die Künstlerin ein besonderes Gespür für Farbe und Komposition besaß. Auch Rainer Maria Rilke erkannte dies und sagte, dass sie ihn lehrte zu sehen.


Im Sinne seiner Namensgeberin widmet sich das Paula Modersohn-Becker Museum immer wieder der Würdigung des wesentlichen Beitrags, den Künstlerinnen an der Entwicklung der Moderne hatten. Zur Selbstverpflichtung des Museums gehört es, die Werke dieser – zu ihrer Zeit oftmals verkannten – Pionierinnen der Moderne sichtbar und erlebbar zu machen. Hierzu trägt auch die nun entstandene Schau Mathilde Vollmoeller-Purrmanns bei.

«Eine starke Begabung, ein noch stärkerer Wille», schreibt das Berliner Tageblatt anlässlich der Beteiligung Mathilde Vollmoeller-Purrmanns am Pariser Herbstsalon 1908. Die Malerin ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Figur der künstlerischen Avantgarde. Lange Zeit ging man davon aus, dass Mathilde Vollmoeller-Purrmann nach ihrer Heirat mit dem Künstlerkollegen Hans Purrmann das Malen vollständig aufgab und dass ein Großteil ihres Werkes zerstört worden sei. Die Ausstellung des erst 1999 wiederentdeckten Werkes beweist jedoch eindrucksvoll, dass sie ihr Leben lang künstlerisch tätig war.

Wie auch Paula Modersohn-Becker beginnt Mathilde Vollmoeller-Purrmann ihre künstlerische Ausbildung in Berlin. Durch ihren Bruder, den Dichter Karl Vollmoeller, und ihre Lehrerin Sabine Lepsius begegnet sie den Künstlern der Berliner Secession, u.a. Max Liebermann, Lovis Corinth und Leo von König. Ihre Bilder, vor allem Landschaften und Porträts, bringt die Malerin mit dicht aneinander gesetzten Pinselstrichen in hellen Farbtönen auf die Leinwand, so dass ihre Malerei noch ganz im Zeichen der Berliner Interpretation des (Post-) Impressionismus steht.

Mathilde Vollmoeller-Purrmann zieht es, wie viele Künstlerinnen ihrer Zeit, in die französische Metropole Paris. Gemeinsam mit dem befreundeten Dichter Rainer Maria Rilke besucht sie 1907 mehrmals die große Pariser Cézanne-Retrospektive, die es Paula Modersohn-Becker nicht vergönnt war zu sehen. Ihre unter dem Eindruck von Cézanne entstandenen Stillleben machen verstärkt die Farbe zum Gegenstand der harmonischen Bildkompositionen. Die Hinwendung zu einer farbkräftigen Palette verstärkt sich durch ihr Studium an der Akademie des Fauvisten Henri Matisse. In dieser Zeit entstehen überwiegend Stillleben und das Sonnenlicht des Südens einfangende Landschaften, die in kräftigen Farbkompositionen leuchten.

Mit der Familiengründung konzentriert sich die Malerin auf Aquarelle, die vor allem auf den gemeinsamen Reisen des Ehepaars entstehen und die in ihrer Farbkraft den Ölbildern ebenbürtig sind. Der nationalsozialistischen Diktatur entziehen sich die Purrmanns durch die Übernahme der Leitung der Villa Romana in Florenz, die sie gemeinsam zu einem Rückzugsort für in Deutschland bedrohte Künstler machen. Die groß angelegten Aquarelle aus der Florentiner Zeit zeugen davon, dass Mathilde Vollmoeller-Purrmanns künstlerische Schaffenskraft bis zuletzt ungebrochen war.


Mathilde Vollmoeller-Purrmann. Fest der Farben
10. April bis 3. Juli 2011

Paula Modersohn-Becker Museum
Böttcherstraße 6-10
D-28195 Bremen
T: 0049 (0)421 33 88 222
F: 0049 (0)421 33 88 233
W: http://www.pmbm.de


Öffnungszeiten

Di bis So 11 - 18 Uhr
montags geschlossen

 


  • Mathilde Vollmoeller Purrmann; Blick auf gelbes Haus, Collioure 1908/09. Stadt Speyer, Foto: Gerhard Kayser, Speyer
  • Mathilde Vollmoeller Purrmann; Stadtlandschaft II, Berlin um 1928. Stadt Speyer
  • Mathilde Vollmoeller Purrmann; Stillleben mit Äpfeln, Paris um 1907. Stadt Speyer; Foto: Gerhard Kayser, Speyer
  • Mathilde Vollmoeller Purrmann; Stillleben mit Paprika, Pari um 1907. Stadt-Speyer
  • Sabine Lepsius; Mathilde Vollmoeller, um 1900. Stadt Speyer; Foto: Gerhard Kayser, Speyer
Paula Modersohn-Becker Museum
Böttcherstraße 6-10
D-28195 Bremen
T: 0049 (0)421 33 88 222
F: 0049 (0)421 33 88 233
W: http://www.pmbm.de


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Di bis So 11 - 18 Uhr
montags geschlossen

 


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