The power of contemporary

07.09.2010

09.09.2010 bis 09.10.2010  

Wie viele Facetten hat die zeitgenössische Kultur? Welche Stimmen, welche Noten, welche Themen bestimmen den Rhythmus von heute? Transart bringt anlässlich seines 10jährigen Bestehens zeitgenössische Ausdrucksweisen im Zeichen des Experimentellen in die Region Trentino Südtirol: vom 9. September bis zum 9. Oktober 2010 treten wieder einmal Musik, Tanz, Literatur und Kunst der innovativsten Bühnen in einen kreativen Dialog.


Aus Tokio, Wien, Moskau und natürlich New York… gerade aus New York kommt einer der Höhepunkte des Festivals: in Zusammenarbeit mit dem Festival Performa präsentiert Transart erstmals in Europa das Konzert der Intonarumori (Geräuscherzeuger), nachgebaut vom italienischen Komponisten Luciano Chessa nach Plänen des futuristischen Malers Luigi Russolo. Aufführungsort und Partner des Projektes ist das MART in Rovereto: 16 Musiker werden unter der Leitung von Chessa die 2009 in Auftrag gegebenen Kompositionen von Joan La Barbara, Blixa Bargeld, Mike Patton... zur Aufführung bringen. Um diese Tradition der Intonarumori fortzusetzen, hat Transart den beiden Komponisten Margareth Kammerer und Teho Teardo ebenfalls Kompositionsaufträge erteilt, die beim Konzert uraufgeführt werden. Eine cena futurista, ein futuristisches Abendessen also, beschließt den Abend in der Casa Depero, eben dort, wo einst futuristische Happenings stattfanden (30.09).

Transart öffnet so ein Fenster zum Festival Performa, das in Bozen zwei weitere Abende mit einer ganze Reihe von Veranstaltungen gestalten wird: Musik, Theater, DJ und VJ Sets des Künstlerkollektivs The Prompt (28.&29.09.). Die Underground Szene in Manhattan war Mitte der Siebziger Jahre der Geburtsort der Rock- und Punkikone schlechthin: mit ihrer zornigen und schmerzhaften Stimme hat Patti Smith Musikgeschichte geschrieben. Viele Jahre, oder besser Jahrzehnte sind seit Erscheinen ihres legendären Debütalbums «Horses» vergangen… Mit derselben Energie und demselben Kampfgeist wird sie sich bei Transart10 auf der Bühne zurückmelden (14.09.).

Von New York nach Moskau: der geniale Komponist Sergej Newski eröffnet einen Reigen im Zeichen klassischer zeitgenössischer Musik aus Russland mit der Italienischen Erstaufführung von Franziskus, einer Kammeroper, die dem Hl. Franziskus gewidmet ist (10.09.). Aufgeführt von Windkraft – Kapelle für zeitgenössische Musik unter der Leitung von Johannes Kalitzke. Re-Construction lautet der Titel des Konzertes des Moscow Contemporary Music Ensemble unter der Leitung von Feder Lednov, das ein weites kreatives russisches Spektrum umfasst, darunter vier Uraufführungen neuer Arrangements von Werken von Deshov, Mossolov, Sysoev und Prokofjew (17.09.). Der rote Faden russischer Kultur wird weitergespannt bei einer sehr besonderen Begegnung mit dem Schriftsteller Vladimir Sorokin, bekannt geworden durch seinen Roman «Die Schlange» und Preisträger zahlreicher literarischer Preise, liest er aus seinem neuen Roman «Sugar Kremlin». Auf die Lesung folgt die Aufführung des Stummfilms Aelita mit der Uraufführung der Neuvertonung von Dmitri Kourliandski mit dem Ensemble 2e2m (23.09.).

Klassik von heute und gestern die zur Trunkenheit der Sinne führt: zum dritten Mal lädt Transart zum Symposion, einer raffinierten Mischung aus Wein und Musik des Klangforum Wien, eines der wichtigsten europäischen Formationen im Bereich zeitgenössischer Musik (02.10.). Die Improvisationskünste der amerikanischen Harfenistin Zeena Parkins im Dialog mit Hackbrett, Gitarre und Kontrabass stehen im Mittelpunkt der Italienischen Erstaufführung von Quadrat:sch Extended feat. Zeena Parkins (22.09.).

Eine Komposition für 10 Zahnbürsten? Wenn die glasklare Stimme der Norwegerin Maja Ratkje den melodischen Faden aufnimmt, erhält die Erfindung der Südtiroler Komponistin Manuela Kerer eine neue und außergewöhnliche Klangkraft (07.10.). Tanz und Technologie sind die Zutaten von true / 本当のこと, des japanischen Choreografen Takayuki Fujimoto. Weil nichts, was der Mensch geschaffen hat für ewig ist, verschwimmen langsam auch die Grenzen zwischen den Tänzern und dem Raum bis sich alles in Auflösung befindet (09.09.). Tanz kann jedoch auch Rückbesinnung auf die Wurzeln bedeuten: diese Hoffnung kommt in «Blessed» zum Ausdruck, einer mitreißenden Performance der amerikanischen Choreografin Meg Stuart. Gerade die einfachen, alltäglichen Elemente wie Regen, Karton oder der menschliche Körper schlagen eine Bresche in unsere Realität bestehend aus Oberflächlichkeit (24&25.09.).

Transart ist aber auch Clubbing, bei dem die französische Formation Koudlam, Fritz Orlowski (I) und Extrawelt und T.Raumschmiere aus Deutschland ihren elektronischen dance Sound mischen (11.09.). Zu den berühmtesten Multimedia-Künstlern Italiens zählt Claudio Sinatti, der sein Live Video Ensemble bei Transart vorstellen wird: gemeinsam mit dem Musiker Giuseppe Ielasi verwandelt er den Dancefloor in eine große Bühne (18.9.). Mit dem obskursten Stern am Pantheon der großen Frauenstimmen, Diamanda Galás, endet die zehnte Ausgabe von Transart: tief und mit umfassenden Atem weist uns ihre musikalische Sprache den Weg in die Zukunft (09.10).

Transart 2010
9. September bis 9. Oktober

weiterführende Links:

Programmübersicht

http://www.transart.it

  • true6 by Ryuichi Maruo
  • Patti Smith; Foto: Steven Sebring
  • Intonarumori
  • Diamanda Galás; Foto: Kristofer Buckle

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