William S. Burroughs - Retrospektive

14.08.2013

16.03.2013 bis 18.08.2013  Deichtorhallen Hamburg

Werke wie «Naked Lunch» oder «The Soft Machine» haben William S. Burroughs (1914 − 1997) als Autor der Beat-Generation weltberühmt gemacht. Eine zentrale Figur der Counterculture und Punk-Bewegung, beeinflußte Burroughs über Jahrzehnte viele Künstler, Filmemacher und Musiker darunter David Cronenberg, Gus van Sant, Patti Smith, John Cage, Lou Reed, David Bowie, R.E.M. und Kurt Cobain.


Zahlreiche Musikgruppen entlehnten Namen und Songtitel aus den Werken Burroughs, die Beatles verewigten Burroughs auf ihrem legendären Plattencover von «Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band». Weit weniger bekannt ist dagegen, dass Burroughs auch als multimedial arbeitender Künstler ein umfangreiches und vielgestaltiges Werk geschaffen hat, das Experimente mit Tonband, Film und Fotografie ebenso umfasst wie Malerei und Collagen.

Die in Kooperation mit dem ZKM Karlsruhe realisierte, umfangreiche Retrospektive in der Sammlung Falckenberg – Deichtorhallen Hamburg stellt das künstlerische Schaffen des Schriftstellers vor, untersucht die vielfältigen Verbindungen zwischen literarischer und experimentell- bildnerischer Produktion und erweitert das Bild zusätzlich durch die Präsentation der «Collaborations», die Burroughs zusammen mit anderen Künstlern geschaffen hat. Zusätzlichen Reiz gewinnt die Ausstellung durch eine Reihe von Werken zeitgenössischer internationaler Künstler, die sich dezidiert auf die Schriften von Burroughs und seine «Expanded Media»-Methode beziehen und damit das bildnerische Potenzial aus heutiger Perspektive individuell ausloten.

Ziel der Ausstellung ist es, in der Rückschau die visionäre Explosivität des literarischen Schaffens von William S. Burroughs erfahrbar zu machen und zugleich die Ausstrahlung seiner Ideen und Philosophie auf ein weltweites Netz von Schriftstellern, Musikern und Komponisten, Malern, Fotografen, Videokünstlern und Filmemachern erstmals in Europa in dieser Fülle zu präsentieren. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gilt Burroughs mehr denn je – und besonders aufgrund der in den 1960-er Jahren gemeinsam mit dem Maler, Schriftsteller und Erfinder Brion Gysin, dem Mathematiker Ian Sommerville und dem Filmemacher Antony Balch durchgeführten Experimente – als ein Pionier der Medienkunst.

In der Ausstellung werden die prägenden Stationen und Begegnungen im Leben von William S. Burroughs mit teils selten zugänglichen Schrift-, Text-, Foto-, Ton- und Filmdokumenten nachvollzogen. Dazu gehören auch rund 600 verschiedene Ausgaben seiner weltweit erschienenen Bücher, die aus einer der größten privaten Sammlungen zu diesem Thema ausgeliehen werden konnten. Das bildnerische Werk wird mit mehr als 150 Original- Exponaten dokumentiert, die zu einem maßgeblichen Teil aus dem von James Grauerholz verwalteten Estate of William S. Burroughs (Lawrence, Kansas) stammen und mit zusätzlichen Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen ergänzt werden. Eindrucksvoll wird dabei den Betrachtern vor Augen geführt, dass es sich beim «bildkünstlerischen» Schaffen von Burroughs um einen originären Beitrag zur amerikanischen Gegenwartskunst handelt.

Die Ausstellung zeigt auch Werke, die – im Sinne des von Burroughs und Brion Gysin gemeinsam erarbeiteten Projekts «The Third Mind» – in Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlerinnen und Künstlern entstanden: Robert Rauschenberg, Keith Haring, George Condo, Robert Wilson, Francesco Clemente, Philip Taaffe, John Giorno, Laurie Anderson, Kurt Cobain, Patti Smith und anderen.

Der Bedeutung der Werke wie auch der Persönlichkeit William S. Burroughs als Ikone der Gegenkultur für die Produktion von Künstlern verschiedener Generationen wird anhand prominenter Arbeiten Rechnung getragen. Hier reicht das Spektrum von Walter Stöhrer und Rolf-Gunter Dienst oder David Wojnarowicz bis zu Larry Clark und Christoph Lissy. Überdies werden zahlreiche Burroughs-Fotoportraits von Gerard Malanga, Charles Gatewood, Robert Mapplethorpe, Richard Avedon und anderen zu sehen sein. Als Highlights werden etwa 80 Fotoabzüge nach Originalnegativen von Burroughs und Gysin aus der Sammlung Barry Miles, London, hinzukommen sowie eine der von Burroughs in Paris benutzten Schreibmaschinen und jene Klinge, mit deren Hilfe Brion Gysin die literarische Methode des CUT-UP fand.


Katalog: «William S. Burroughs / CUT.» Mit einem Text von Ian MacFadyen, herausgegeben von den Deichtorhallen Hamburg und Axel Heil (Karlsruhe). Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln. 164 Seiten, zahlreiche Abbildungen. 24 Euro.

William S. Burroughs - Retrospektive
16. März bis 18. August 2013

Sammlung Falckenberg
Deichtorhallen Hamburg
Wilstorfer Straße 71, Tor 2
D-21073 Hamburg-Harburg

Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1-2
D-20095 Hamburg
T: 0049 (0)40 32103-0
F: 0049 (0)40 32103-30
E: mail@deichtorhallen.de
W: http://www.deichtorhallen.de


Öffnungszeiten

Di bis So 11 - 18 Uhr
Jeden 1. Do im Monat 11 – 21 Uhr

 


weiterführende Links:

http://www.sammlung-falckenberg.de

  • Ausstellungsplakat 'William S. Burroughs – Retrospektive'
  • William S. Burroughs zu Besuch bei Brion Gysin, Paris, Oktober 1979. Bildreproduktion, Foto: Udo Breger, VG-Bildkunst
  • Peter Hujar: William Burroughs, reclining, 1975. Courtesy The Peter Hujar Archive and Matthew Marks Gallery. Foto: ONUK
  • William S. Burroughs (Bunker, New York), May 1981. Foto: © Ulrich Hillebrand
  • Brion Gysin and WSB in front of the Pharmaceutical Museum, Basel, 1979. Foto: © Ulrich Hillebrand
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1-2
D-20095 Hamburg
T: 0049 (0)40 32103-0
F: 0049 (0)40 32103-30
E: mail@deichtorhallen.de
W: http://www.deichtorhallen.de


Öffnungszeiten

Di bis So 11 - 18 Uhr
Jeden 1. Do im Monat 11 – 21 Uhr

 


artCore

Verein zur Förderung von
Online-Kulturberichterstattung
und Kunstpräsentationen im Internet

Kontakt

Schendlinger Straße 2, A-6900 Bregenz
T +43 (0)5574 85362
info@kultur-online.net

Kultur-Online Schweiz
T +41 (0)79 437 79 33
kapi@kultur-online.net

©artCore 2001-2016. Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.